Kunde vor günstiger Hypothek gewarnt

Libor-Hypotheken sind heute sehr günstig. Aber die UBS riet einem Kunden wegen angeblich hoher Gebühren ab. Grund: Mit Festhypotheken verdienen Banken zurzeit mehr.

Peter Loser (70, Name geändert) ist UBS-Kunde. Auf seinem Mehrfamilienhaus in der Westschweiz lastet eine Festhypothek von 100000 Franken. Die Grossbank verwaltet auch sein Vermögen von mehreren Hunderttausend Franken. Vor Ablauf seiner Festhypothek im März 2011 wandte sich Loser an seine UBS-Beraterin. Er wollte auf eine Libor-Hypothek wechseln. Denn dafür zahlte man damals bei Schweizer Banken im Schnitt 1,2 Prozent. Eine fünfjährige Festhypothek kostete mit rund 2,7 Prozent Jahreszins mehr als doppelt so viel. Doch die UBS-Mitarbeiterin riet Loser ab. Bei der Libor-Hypothek sei alle drei Monate eine Gebühr für die Vertragserneuerung fällig. Diese mache den finanziellen Vorteil zunichte.

Der Kunde zahlt zurzeit 1500 Franken mehr als bei einer Libor-Hypothek
Die Warnung wirkte. Loser unterschrieb einen neuen Vertrag für eine Festhypothek mit 5 Jahren Laufzeit zum Zinssatz von 2,7 Prozent. Für «Bearbeitungskosten» verlangte die UBS zusätzlich 200 Franken. Der Kunde zahlt nun bis März 2016 jährlich 2700 Franken Hypozinsen. Mit einer Libor-Hypothek wäre er bis heute deutlich günstiger gefahren. Statt 2700 Franken müsste er nur rund 1200 Franken pro Jahr für seine Hypothek zahlen. Jährliche Ersparnis: rund 1500 Franken. Loser hätte auch einen kurzfristigen Zinsanstieg verkraftet Hypothekarexperten vom VZ Vermögenszentrum gehen davon aus, dass der Libor-Zins in den nächsten zwei Jahren kaum steigt. Der Abschluss einer Libor- Hypothek hätte für Loser somit auch für die nahe Zukunft Sinn gemacht. Zudem hätte er als relativ vermögender Kunde auch einen kurzfristigen Zinsanstieg verkraften können. Dazu kommt: UBS-Kunden können eine Libor-Hypothek per Quartalsende in eine Festhypothek umwandeln (siehe Tabelle). Loser ärgert sich nicht nur über die zu teure Hypothek, sondern vor allem über die falschen Angaben der UBS-Mitarbeiterin. Gemäss UBS-Sprecher Samuel Brandner ist «eine Libor- Vertragserneuerung bei der UBS grundsätzlich kostenlos ». Lediglich für den Wechsel von der Fest- zur Libor-Hypothek falle eine Gebühr von 300 Franken an.

PDF-Artikel mit Tabelle Libor-Preisvergleich

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