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Todesfall: Drohende finanzielle Lücken richtig schliessen

Todesfall

Mit einer Todesfallrisiko-Police kann man seine Angehörigen für den Fall des Todes finanziell absichern. Wichtig: Mehrere Offerten einholen und die Versicherung auf keinen Fall mit einem unnötigen Sparteil kombinieren.

Hanspeter Häfliger (35, Name geändert) aus Basel will seine Angehörigen finanziell absichern. Er befürchtet, dass seine Ehefrau das mit hohen Schulden belastete Eigenheim im Fall seines Todes nicht aus eigener Kraft finanzieren könnte. Häfliger ist als Haupternährer einer Familie mit einem Kind und einer nicht erwerbstätigen Ehefrau ein klassischer Kunde für eine Todesfallrisiko-Police. Denn AHV, Pensionskasse und eventuell eine Unfallversicherung würden der Witwe nach seinem Tod zusammen nie so viel auszahlen, wie Häfliger verdient. Folge: Die Ehefrau müsste das Eigenheim verkaufen. Häfligers konkrete Frage lautet deshalb: Welches Todesfallkapital braucht seine Frau, damit sie das Eigenheim auch nach seinem Ableben halten kann? Dazu muss er eine Tragbarkeitsrechnung machen (siehe Tabelle).

TabelleTodesfall

Das Eigenheim kostete 1 Million Franken. Häfliger verdient als Ingenieur 180 000 Franken im Jahr. Auf dem Haus lasten Hypotheken von 800000 Franken. Das Ergebnis: Im Todesfall könnte seine Frau mit einem Todesfallkapital von 200000 Franken die Hypothek so stark amortisieren, dass für sie das Haus trotz des wegfallenden Lohns ihres Mannes weiterhin finanziell tragbar wäre. Die Kosten für eine Police in dieser Höhe liegen zwischen 642 (Generali) und 905 Franken (Pax) (siehe Tabellen). Der grosse Unterschied bei den Prämien zeigt: Vor einem Abschluss sollte man mehrere Offerten einholen. Denn die Prämienunterschiede gehen über die ganze Vertragsdauer gesehen in die Tausenden von Franken: Schliesst Häfliger bei Generali ab, spart er über die Laufzeit von 30 Jahren über 7000 Franken im Vergleich zur Allianz Suisse.

Todesfall-Risiko-Policen gibt es grundsätzlich in zwei Varianten: – Mit abnehmendem Todesfallkapital: Hier verringert sich die Zahlung im Todesfall jährlich um einen bestimmten Betrag – zum Beispiel bei einer Laufzeit von zehn Jahren jedes Jahr um einen Zehntel. Das kann sinnvoll sein, wenn der Bedarf für die Hinterbliebenen kontinuierlich abnimmt. Dies ist beispielsweise bei einer Hypothek mit regelmässiger Amortisation der Fall. – Mit konstantem Todesfallkapital: Hier bleibt die versicherte Summe während der ganzen Vertragsdauer gleich hoch. Das ist dann sinnvoll, wenn im Todesfall ein bestimmter Betrag zur Auszahlung kommen soll – beispielsweise in der Höhe der Hypothek auf dem Eigenheim. Mit der Versicherungszahlung kann der Bankkredit zurückgezahlt und die Wohnkosten um die Hypothekarzinsen gesenkt werden. Als Faustregel gilt: Wer eine Police mit linear abnehmendem Todesfallkapital wählt, zahlt im Schnitt halb so hohe Prämien wie bei konstantem Todesfallkapital.

TabelleTodesfallrisiko

Diese Punkte muss man beim Abschluss einer Police beachten
– Versicherte Leistungen ermitteln: Jedermann kann mit Hilfe der Versicherungsausweise von AHV und Pensionskasse sowie den Angaben der Unfallversicherung berechnen, wie viel Geld beispielsweise die Witwe im Todesfall erhalten würde.
– Analyse durch unabhängigen Experten: Wer eine solche Vorsorgeanalyse nicht selber vornehmen will, kann sie von einem unabhängigen Versicherungsvermittler erstellen lassen. Wichtig: Mit dem Makler sollte man eine Honorierung nach Aufwand vereinbaren. Der Stundenansatz sollte dabei klar bestimmt sein. Zudem müssen Sie darauf achten, dass Ihnen der Makler allfällige Provisionen für den Vertragsabschluss offenlegt und herausgibt.
Todesfallsumme eruieren: Die Höhe der Todesfallsumme sollte sich am tatsächlichen Bedarf im Todesfall orientieren.
– Offerten einholen: Mindestens fünf Offerten sollte man anfordern. Für die Wahl der Gesellschaft kann man sich an der Prämienhöhe orientieren. Denn die Leistungsunterschiede fallen bei der Todesfallrisiko-Police kaum ins Gewicht.
– Keine Sparversicherungen abschliessen: Man sollte sich auf keinen Fall eine Sparversicherung aufschwatzen lassen. Die Prämien sind dann sehr hoch, die Rendite gering – und das versicherte Todesfallkapital allenfalls nicht bedarfsgerecht.
– Überschussbeteiligungen: Von allfälligen fakultativen Überschussbeteiligungen sollte man sich nicht blenden lassen. Sie sind nicht garantiert. Orientierungspunkt sollten allein die effektiven Jahresprämien ohne Überschüsse sein.
– Prämienbefreiung: Bei den Offerten muss man schauen, ob sie eine Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit vorsehen. Sie bedeutet: Wird die versicherte Person wegen Krankheit oder Unfall invalid, muss sie die Prämien für die Police nicht mehr zahlen und bleibt dennoch versichert.

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Veröffentlicht unter: K-Geld

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