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So sparen Sie beim Geldwechsel

Geldüberweisungen via ­Internet in den Euroraum sind zwar meist «spesenfrei», aber nicht kostenlos. Ein Preisvergleich zeigt: ­Digitale Wechselstuben sind deutlich günstiger als Schweizer Banken.

Schweizer Banken bieten ihren Kunden die Überweisungsoption «Sepa» für Euro-Überweisungen in 36 Länder an, 28 davon sind EU-Mitgliedsländer. Bei Sepa-­Zahlungen fallen keine Spesen an, solange ein Bankkunde das Geld elektronisch überweist. Den Umtausch von Franken in Euro erledigt die beauftragte Bank automatisch. 

Beim Geldwechsel verdienen Banken – von den Kunden meist unbemerkt – viel Geld mit einem versteckten Aufschlag auf den sogenannten Interbankenkurs. Das ist der Kurs, den sich Banken bei Devisengeschäften gegenseitig berechnen. Den aktuellen Interbankenkurs für die gewünschte Währung zeigt etwa Reuters oder die Finanzplattform XE an (www.xe.com/de). 

Der Zuschlag bei Transaktionen beträgt bei der UBS nach eigenen Angaben 1,7 Prozent für Überweisungen bis 100000 Franken auf den «Hauptwährungen». Zum Vergleich: Bei der Internetwechsel­stube Transferwise.com liegt der Aufpreis auf den Interbankenkurs im besten Fall bei null Prozent – im schlechtesten Fall bei 0,02 Prozent. Transferwise verlangt aber eine Gebühr: zum Beispiel bei einer Überweisung nach Deutschland im Wert von 10000 Franken rund 35 Franken.

Ein Vergleich der Konditionen digitaler Wechselstuben mit der Hausbank zahlt sich meist aus. Das zeigt eine Stichprobe von K-Geld: Wer etwa einem Kind für einen Studienaufenthalt 10000 Franken auf ein Euro-Konto in Deutschland überweist, fährt bei Transferwise am günstigsten: 9158 Euro kommen auf dem Empfängerkonto an (siehe Tabelle im PDF). Bei der UBS erhält das Kind nur noch 9034 Euro – 124 Euro weniger. Transferwise hat seinen Sitz in London und rechnet mit dem ­Interbankenkurs.

Vergleichsportal für den günstigsten Geldtransfer

K-Geld führte die Stichprobe mit Hilfe des Schweizer Vergleichs­portals Monito.com durch. Es listet etwa bei einer Überweisung von der Schweiz nach Deutschland für ein Dutzend Banken und Wechsel­firmen auf, wie viel Euro die Empfänger für einen bestimmten Franken-Betrag erhalten. Das ist für den Kunden gratis. Umgekehrt ist nicht ersichtlich, wie viel Franken man überweisen muss, um in Deutschland z.B. ein Auto im Wert von 20000 Euro zu kaufen. Solche Angaben liefert die Schweizer Wechselstube Ex­changemarket.ch (K-Geld 2/2017). Sie vergleicht aber weniger Geldwechsler als Monito.

K-Geld tätigte mehrere Euro­transaktionen über Transferwise. Man muss sich zuerst registrieren und mit ID oder Pass identifizieren. Dazu sendet man einen Scan des Dokuments. Anschliessend erhält man die IBAN-Nummer der Zürcher Filiale der Deutschen Bank für die spesenfreie Überweisung von Franken auf ein Transferwise-­Konto. Dort kann man das Franken-Guthaben in die gewünschte Währung wechseln und ins Ausland transferieren. 

Wem die Benutzung von Internetwechselstuben und die Registrierung zu aufwendig oder unsicher ­erscheint, kann deren Wechselkurs als Druckmittel bei der Hausbank einsetzen. Die Erfahrung zeigt: Bei grösseren Summen lassen Banken mit sich reden.

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