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Im Schliessfach ist Bargeld am sichersten

Sparkonten werfen kaum noch Zinsen ab und nerven mit Rückzugslimiten. Volle Flexibilität zur Aufbewahrung von Bargeld bieten Schliessfächer. Grösster Vorteil: Geht die Bank in Konkurs, ist das Geld in voller Höhe gesichert.

Schliessfächer zur Aufbewahrung von Bargeld werden für Sparer attraktiver. Denn die Zinsen auf Sparkonten sind praktisch bei null – und beim Schliessfach fallen ­keine Kontoverwaltungsgebühren an, nur ein kleiner Betrag für die Miete. Zudem gelten für Spargelder immer strengere Rückzugsbedingungen (K-Geld 3/2019). 

Weiterer Nachteil bei Konten: Immer mehr  Finanzinstitute verlangen auf höheren Bankguthaben Negativzinsen. So zahlen Post­finance-Privatkunden mit über 500000 Franken Gesamtvermögen auf Privat- oder Sparkonten eine «Guthabengebühr» von 1 Prozent auf den dar­überliegenden Betrag. Und die UBS Schweiz führt ab November 2019 einen Negativzins von 0,75 Prozent auf Barbeständen von über 2 Mil­lionen Franken ein. 

Negativzinsen treffen aber nicht nur Reiche: Bei der Alternativen Bank fällt für Kontoinhaber bereits ab 50000 Franken eine Gebühr von 0,75 Prozent an. Solche Kosten lassen sich mit einem Bankschliessfach vermeiden. Die Miete fällt da nur wenig ins Gewicht. Bereits das kleinste Schliessfach bietet Platz für meh­rere Hunderttausend Franken.

Ein Vergleich der Kosten bei acht Schweizer Banken sowie drei bankenunabhängigen Firmen zeigt: Die Preise beginnen bei 75 Franken pro Jahr (Berner Kantonalbank) und reichen bis zu 450 Franken (Pro ­Aurum). Das Schliessfach von Pro Aurum ist mit 13 Litern allerdings zweieinhalb Mal so gross ­wie jenes der Berner Kantonalbank ­(siehe Tabelle im PDF). 

Bei den Nichtbanken sind die Preise höher als bei den meisten Banken. Dafür benötigen die Kunden kein Konto. Das ist ins­besondere für Kunden mit Wohnsitz im Ausland attraktiv, da sie für Kontoeröffnung und -führung meist hohe Gebühren zahlen müssen. Bei Banken ist in der Regel ein Konto nötig, um ein Schliessfach zu erhalten.

Tipp: Oft genügt dafür ein kosten­loses Sparkonto.

Safevermieter haften nur bei Grobfahrlässigkeit 

Ans Bargeld im Schliessfach kommen Mieter während der Öffnungszeiten der Filiale. Sie benötigen dafür einen Schlüssel oder eine Chipkarte und einen Ausweis. Geht der Schlüssel verloren, muss das Schloss meist ­ersetzt werden. Bei der Firma Sincona Trading zahlt man dafür 750 Franken. Als Zusatz­service bieten einige Vermieter vor Ort Schlüsselsafes an. Bei der Credit Suisse kostet das 194 Franken pro Jahr extra. 

Schliessfachvermieter haften gegenüber den Kunden gemäss Vertrag nur, wenn sie die Überwachung, die Sicherheit und das Verschliessen der Safes grobfahrlässig vernachlässigt haben. Wer sein Vermögen in Schliessfächern vor Diebstahl, Feuer- und Wasserschäden schützen will, kann den Inhalt selbst ­versichern. Beim Goldhändler ­Degussa zum Beispiel kostet dies für den Wert von 50000 Franken pro Jahr 75 Franken. 

Sicherheit bei einer Bankenpleite

Wird eine Bank zahlungsunfähig, haben Bankschliessfächer einen grossen Vorteil gegenüber einem Konto: Das Geld ist für den Kunden jederzeit in voller Höhe verfügbar. Der Inhalt des Safes bleibt Eigentum des Kunden. Im Falle eines Bankkonkurses kann er es sofort behändigen. 

Bankkonten hingegen sind nur bis zu 100 000 Franken pro Kunde und Institut durch die Ein-lagensicherung der Banken abgesichert. Bei den meisten Kantonalbanken haftet zusätzlich der Kanton – ausser in Bern, Genf und im Wallis. 

Für Mieter eines Schliessfachs existiert das Bankgeheimnis weiter: -Safevermieter kennen den Inhalt nicht. Aber auch dieses Vermögen muss versteuert werden. Wer es in der Steuererklärung nicht angibt, macht sich der Steuerhinterziehung schuldig und wird mit einer Busse bestraft. Zudem fallen hohe Nachsteuern an. 

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