Am Computer wird jetzt abgerechnet

Buchhaltung ist oft ein notwendiges Übel. Umso wichtiger, dass man sich dabei vom PC helfen lässt.

Eine saubere Buchführung ist Grundvoraussetzung für jede erfolgreiche Geschäftstätigkeit – diese Grundregel gilt auch für kleine Vereine und Einzelfirmen. Und selbst für Privatpersonen lohnt sie sich als Grundlage der finanziellen Zukunftsplanung und der Steuererklärung.

Wenn die «Milchbuch-Rechnung» mit Hilfe einer elektronischen Tabellenkalkulation nicht mehr ausreicht, bleibt nur der Umstieg auf eine Buchhaltungssoftware. Doch wer kann sich schon komplexe Lösungen von Branchenführern wie SAP oder Abacus leisten? Im preiswerteren Marktsegment hat sich bisher auch kein einheitlicher Standard durchgesetzt, wie das beispielsweise bei der Textverarbeitung der Fall ist. Verschiedene Produkte kämpfen um die Gunst der Käufer. Laut eigenen Angaben ist die Luganeser Firma Banana mit «Banana 5.0 Buchhaltung» im Kleinkundensegment in der Schweiz führend. Konkurrierende Anbieter mit vergleichbaren Produkten sind Sage Sesam mit «Winway Home 2007» und Q3-Software mit «Q-Buchhaltung 2007» (siehe Tabelle). Die Tessiner Banana-Buchhaltung ist eine übersichtlich zu bedienende Finanzbuchhaltung (FiBu) für die einfache und doppelte Buchführung. Die Software lässt sich im Test unter Windows schnell und ohne komplizierte Abfragen installieren. Das Programm gibt es in elf Sprachen, und es orientiert sich in der Benutzerführung stark an der Bürosoftware von Microsoft, so dass Benutzer wenig Eingewöhnungszeit brauchen. Mit dabei sind gebrauchsfertige Kontenpläne und Beispiele von Buchhaltungen (Bilanzen, Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Mehrwertsteuer-Abrechnung und Kontoauszüge). Positiv sticht bei Banana das umfassende Benutzerhandbuch in gedruckter Form hervor. Der Nachteil: Es gibt keine Einsteiger-, Standard- oder Profi-Versionen, weshalb man auch als Anfänger ein relativ komplexes Produkt mit vielen Möglichkeiten erwirbt. Die FiBu lässt sich zudem nicht mit weiteren Lösungen für die Fakturierung oder Auftragsbearbeitung ergänzen – die Firma Banana bietet solche Software nicht an.

Q3-Software hat gemäss der Geschäftsführerin Marie-Ange Korn weit über hunderttausend Lizenzen der Q-Linie in der Schweiz im Einsatz. Entwickelt werden die Produkte in Bern in Deutsch und Französisch. Q-3-Software ist gemäss Korn «Schweizer Software für Anwender in der Schweiz» und erfülle alle hiesigen gesetzlichen Auflagen. Die Installation der Q-Buchhaltung 2007 ist wie bei Banana unter Windows XP einfach zu bewerkstelligen. Das Programm in der Standardausführung bietet ein einfaches Kassenbuch sowie eine doppelte Buchführung. Vordefinierte, frei erweiterbare Kontenlisten erleichtern den Einstieg in das Programm. Sogar in der Standardversion lassen sich Grafiken aus dem Zahlenwust erstellen. Die Q-Buchhaltung gibt es in den drei Ausführungen Standard, Advanced und Profi. Somit kann man klein anfangen und später modular ausbauen. Ein Nachteil: Es gibt kein gedrucktes Handbuch, sondern nur einen Schnellstart-Guide. Ein klarer Vorteil der Q-Buchhaltung gegenüber der reinen FiBu-Lösung Banana: Die Q-Buchhaltung lässt sich beliebig mit weiteren Produkten von Q-Software ausbauen wie zum Beispiel dem Q-Auftrag oder den Q-Faktura-Lösungen.

Auch die dreisprachige Lösung Winway Home 2007 (d/f/i) des britischen Software-Businessriesen Sage Sesam lässt sich unter Windows XP schnell und problemlos installieren. Die Software läuft im Gegensatz zu den zwei anderen Produkten aber noch nicht unter Windows Vista. Nachteile dieses Produkts sind zudem eine Begrenzung auf 1000 Buchungen pro eröffneter Buchhaltung und das Fehlen eines gedruckten Handbuchs. Positiv ist die mögliche Erweiterbarkeit auf umfassendere Versionen. Zudem bietet Sage Sesam eine ergänzende Produktpalette für die Bedürfnisse von Firmen an.

Entscheidend an einer FiBu ist, dass der Anwender mit wenig Zeitaufwand in der Lage ist, die Buchführung möglichst unabhängig und selbständig zu erledigen. Er soll dadurch jederzeit einen Überblick über seine Finanzen haben. Mit den erwähnten drei Programmen wird dieses Bedürfnis zu einem tiefen Preis weitgehend abgedeckt. Betrachtet man die Bedienerführung und die Vollständigkeit der Produkte, schwingt Banana im Quervergleich obenauf. Wer hingegen auch die Lagerbewirtschaftung und die Fakturierung in einem Programm haben möchte, ist mit der Banana-Lösung eher schlecht beraten. Bei den anderen Anbietern lassen sich solche Zusatzmodule dazukaufen. Daher sollte man sich bei der Prüfung des breiten Angebots an Software immer schon Gedanken über einen später eventuell notwendigen Ausbau des Programms machen.

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