Wer sucht, findet nicht nur mit Google

Google ist die beste aller biglobe.ne.jp Suchmaschine n. Heisst es. Dabei gibt es zahlreiche, oft geeignetere Alternativen.

VON ALICE CHALUPNY – Luzerner Zeitung

Google, die Internet-Suchmaschine, macht wegen des geplanten Börsengangs seit Wochen von sich reden. Und steigert damit dank der Dauerpräsenz noch einmal ihren Bekanntheitsgrad. Selbst der unerfahrenste Internetbenutzer weiss nun von Google. Andere, einst führende Suchmaschinen wie Altavista rangieren bei den Nutzern weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

Die Vorzüge von Google
Vier von fünf Usern, die im Internet etwas suchen, «googeln», wie das US-Fachmagazin «Wired» schätzt. Pro Tag bearbeitet die kalifornische Suchmaschine 200 Millionen Anfragen auf ihrer Datenbank, die über 3 Milliarden Einträge verfügt. Warum die Suchmaschine nicht nur bei den Nutzern, sondern auch in Tests von unabhängigen Institutionen gut abschneidet, hat zwei Gründe. Erstens beschränkt sich Google auf das Wesentliche ausser einem Suchfenster ist auf der Website nichts zu sehen. Der User wird nicht durch blinkende Objekte und aufspringende Fenster verwirrt. Zweitens trägt Google am meisten Websites zusammen und indiziert sie. Die gefundenen Seiten werden nach dem Popularitätsprinzip gezeigt: Zuoberst auf der Trefferliste erscheint die Seite, auf die im Internet am meisten Links hinweisen. Diese Funktionsweise hat allerdings auch Nachteile.

Trivialisierung des Internet?
«Etablierte Webseiten stehen auf Grund der Google-Suchtechnik in der Regel an erster, neue und noch unbekannte Sites an letzter Stelle», erklärt Bernhard Bircher-Suits, Chefredaktor der «Online PC Zeitung». Das heisst also auch, dass fachspezifische Inhalte kaum den Weg in die Google-Top-Ten finden. Damit droht, etwas zugespitzt ausgedrückt, eine Trivialisierung im Internet. Wer Google nutzt, darf sich darum nicht bereits nach den ersten fünf Treffern, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen, enttäuscht abwenden. Vielfach rangiert die gewünschte Seite im hinteren Bereich der Trefferliste, weil sie zu unbekannt ist. Zudem bemängelt Bircher-Suits die Effizienz von Google. «Eine Volltext-Suche führt oft zu einer Trefferliste mit Tausenden von Links.» Andere Suchmaschinen wie www.yahoo.de, die spezialisierte Themenkataloge anböten, eigneten sich besser (siehe auch Kasten). Falls man nicht auf eine einzige Suchmaschine vertrauen will, fährt man mit Meta-Suchmaschinen am besten zu dieser Gruppe gehört übrigens auch Google. Das sind Dienste, die nicht das Internet selbst absuchen, sondern sich auf Dienste anderer Suchmaschinen stützen und anschliessend deren Resultate in einer Trefferliste zusammenfassen.

Bernhard Bircher-Suits rät Nutzern unbedingt, verschiedene Suchmaschinen anzuwenden. «Das Internet ist mit mehreren Milliarden Seiten zu gross und zu dynamisch, als dass eine einzige Suchmaschine tatsächlich alles in ihrer Datenbank erfassen könnte.» Zudem gehe der Trend in Richtung nicht mehr frei zugängliche Informationen. Besonders, wenn es sich um qualitativ hoch stehendes Material handelt. «Vieles findet sich mittlerweile in abgeschotteten Diskussionsforen, Online-Archiven oder spezifischen Datenbanken», erklärt Bircher-Suits. Zum Teil sind die Zutritte kostenpflichtig, manchmal kann sich der Nutzer gratis registrieren lassen und erhält ein Passwort. Verlässt man sich nur aufs freie Internet, müsse man sich immer mehr mit Informationen zweiter Klasse zufrieden geben.

RICHTIG SUCHEN Seien Sie präzise
Wechseln Sie die Angebote: Google ist zwar die grösste Suchmaschine, aber auch ihr kann eine Site entgehen. Unter www.klug-suchen.de und www.suchmaschinen.de finden Sie über 1000 Suchhilfen. Lernen Sie Ihren Suchdienst kennen: Jede sieht anders aus und hat ihre Eigenheiten. Informationen vermitteln die Hilfeseiten der Suchmaschinen. Sprechen Sie die richtige Sprache: Suchanfragen mit nur einem Stichwort liefern meistens zu umfangreiche Trefferlisten. Nutzen Sie Und-Verknüpfungen sowie Ausschlussfunktionen. Hilfeseiten auf der Suchmaschine zeigen, welche Operatoren es gibt und was sie bewirken. Seien Sie präzise: Achten Sie auf korrekte Schreibweise in der richtigen Sprache.

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