Börsenkrise: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Währungs- und Börsenturbulenzen verunsichern Anleger. Die Folge: Viele reagieren überstürzt und begehen Fehler bei der Geldanlage. K-Geld gibt die Tipps.

Herrschen an den internationalen Finanzmärkten stürmische Zeiten, zeigt sich immer wieder: Anleger verlieren oft zu rasch den Kopf. Die meist teuren Fehltritte sind in zahlreichen Studien benannt: Hektische Käufe und Verkäufe haben beispielsweise zur Folge, dass Anleger den Banken viel Geld für Transaktionsgebühren und Provisionen zahlen. Das zehrt an der Rendite. Eine sehr schlechte Idee ist es auch, Einbussen mit allen Mitteln wieder ausgleichen zu wollen und dabei hohe Risiken einzugehen.

Tolle Rendite- Versprechen: Hände weg
Doch was sollen Privatanleger jetzt tun – und wovon sollten sie besser die Finger lassen? Der wichtigste Tipp vorneweg: Setzen Sie nicht auf toll klingende Renditeversprechen. Zudem: Auch die besten Banker wissen nicht, was die nächsten Monate dem Anleger bringen werden. Selbst der frühere Notenbank-Präsident der USA, Paul Volcker, gab Anfang August zu Protokoll: «Ich weiss nicht mal, was ich mir selbst raten würde.» Tipp: Trotz grosser Verunsicherung gilt nach wie vor: Anleger sollten sich an einer langfristigen Geldanlagestrategie orientieren, auf Kosten und Risiken achten und die kurzfristige Sicht – beziehungsweise Börsenturbulenzen – ausblenden.

Geld in sichere Anlagen investieren
Gelassen übersteht stürmische Zeiten, wer seine eiserne Reserve weiterhin auf einem Sparkonto mit tiefen Gebühren ruhen lässt. Festverzinsliche Geldanlagen wie Kassenobligationen und Festgelder sind aufgrund tiefer Zinsen zwar keine ertragreiche Lösung. Solche Geldanlagen sind dank Einlagenschutz bis 100000 Franken pro Kunde und Bank zumindest einigermassen sicher. Und niemand weiss, ob nicht noch eine viel grössere Bankenkrise als 2008 droht. Tipp: Die Unterschiede bei den Zinsen für Sparkonten und festverzinslichen Geldanlagen sind gross. Ein Wechsel zu einem Angebot mit höherem Zins lohnt sich. Zahlt die Basler Kantonalbank beispielsweise für fünfjährige Obligationen lediglich 0,75 Prozent Zins, sind es beim Spitzenreiter GE Money Bank satte 2,25 Prozent – dreimal so viel. Wo Sie jeweils die besten Zinsen erhalten, erfahren Sie unter www.kgeld.ch – Aktuelle Zinsen. Wichtig: Beachten Sie vor einem Wechsel eventuelle Beschränkungen für den Geldrückzug, Kündigungsfristen und bei Kassenobligationen allfällige Depotgebühren.

Konjunkturabhängige Firmen: Vorsicht
Ein Blick an die Börse zeigt: Aktien waren im ersten Halbjahr 2011 ein Verlustgeschäft. Der Schweizer Börsenleitindex SMI sank seit Anfang Jahr bis am 24. August um 16,8 Prozent. Der viele Kleinfirmen umfassende Nebenwerte-Index SPI verlor rund 16 Prozent. Europäische sowie USAktien und auch die Schwellenmärkte fuhren allesamt Verluste ein. Tipp: Anleger sollten in der aktuellen Marktsituation Aktien von konjunkturunabhängigen und dividendenstarken Firmen oder Branchen bevorzugen. Das sind z.B. Firmen aus dem Gesundheitswesen.

Anlagen in Euro und Dollar: Teilverkauf prüfen
Viele Anleger haben Erspartes auch auf einem Euro- oder US-Dollar-Konto parkiert. Oder sie haben in 4seohunt.com/www/www.birchersuits.ch ihrem Depot Aktien, Fonds und Obligationen in Fremdwährungen. Aufgrund der gesunkenen Euro- und Dollar-Kurse verloren solche Vermögen innert Monaten massiv an Wert. Für Anleger mit Fremdwährungen stellt sich daher die Frage: Soll ich Geldanlagen in Auslandswährung verkaufen und den Erlös in Schweizer Franken anlegen? Tipp: Wer aus finanziellen Gründen keine weiteren Verluste mehr verkraften kann, sollte einen Teilverkauf prüfen. Weitere Kurseinbrüche können nicht ausgeschlossen werden. Wer trotz grösserer Währungsverluste noch problemlos schlafen kann, sollte zuwarten. Florian Schubiger vom unabhängigen Finanzberatungsunternehmen Vermögenspartner AG sagt: «Bei Aktien machen Währungen langfristig betrachtet nur einen relativ geringen Teil des Gesamtrisikos aus. Im Depot vorhandene Währungsrisiken sollten Anleger daher am besten bei den festverzinslichen Werten reduzieren.»

Tiefer Euro und US-Dollar: Kaufgelegenheit?
Sowohl der US-Dollar als auch der Euro sind im Vergleich zum Schweizer Franken extrem tief be wertet. Sollten Privatanleger ihr Geld bei den aktuellen Tiefkursen in diese Währungen investieren? Tipp: Unter Experten gilt der Schweizer Franken als stark überbewertet. Obligationen in Euro oder US-Dollar empfehlen sich daher zurzeit für Anleger, die auf einen schwächeren Franken spekulieren. Können Anleger mit grossen Kursschwankungen umgehen und wird das Geld in den nächsten Jahren nicht gebraucht, gilt: Ein Aufbau von Papieren in Fremdwährungen kann sich lohnen, sollte aber in mehreren Schritten erfolgen.

Gold ist kein sicherer Hafen
Mit 1900 Dollar kostete die Feinunze Gold Ende August so viel wie noch nie. Die meisten Experten stufen Gold aktuell als zu teuer ein. Sie empfehlen, nur einen kleinen Teil des Vermögens in Goldanlagen zu investieren. Tipp: Der Goldpreis sollte gegen einen Währungsverlust des Dollars abgesichert werden, da Gold in USDollar gehandelt wird. Die Zürcher Kantonalbank beispielsweise bietet ihre Gold- ETFs (Exchange Traded Funds) mit Absicherung des Währungsrisikos gegenüber dem Dollar an. Ähn – liche ETFs bieten auch andere Schweizer Banken an, etwa Julius Bär, UBS und Credit Suisse. Achtung: Goldanlagen sind keineswegs ohne Risiko, massive Wertverluste sind je nach Konjunkturund Börsenentwicklung möglich.

Obligationen: Setzen Sie auf Qualität
Mit sicheren Schweizer Staatsanleihen liess sich im ersten Halbjahr eine Rendite von 1,6 Prozent erzielen. Obligationenkäufer müssen sich gedulden: Die Zinsen werden voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren auf tiefem Niveau ver – harren. Tipp: Im aktuellen Marktumfeld ist es sinnvoll, Unternehmensobligationen erstklassiger Firmen mit einer soliden Bilanz und konstant hohen Gewinnausschüttungen zu bevorzugen. So wird die Gefahr von Zahlungsausfällen minimiert. Von ausländischen Staatsobligationen sollten vorsichtige Anleger momentan eher die Finger lassen. Zu unklar ist die weitere Entwicklung der Situation in hochverschuldeten Staaten wie Irland, Griechenland, Portugal und Italien.

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